Mittwoch, Juli 17, 2024
Management

John Wayne im Chefsessel

„Emotionen beherrschen unser Handeln weit mehr als wir wahrhaben wollen.“

Trotz aller Konventionen und vermeintlicher  Anpassungszwänge im Arbeitsleben: auch in der Rolle des Vorgesetzten sollten Sie authentisch (d.h. Sie selbst) bleiben. Ein Blick auf Ihre Gefühle kann dabei nicht schaden.

Daniel Goleman hat Ende der 90er Jahre sich bereits darüber beklagt, dass wir das Thema „Emotionale Intelligenz“ zunehmend verdrängen und unsere Beziehungen darunter leiden. In diesem knappen Büchlein fasst Alexander Groth zusammen, warum der angemessene Umgang mit Emotionen auch für die beruflichen Beziehungen, und insbesondere das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern große Bedeutung hat.

Wir müssen zunächst einmal akzeptieren, dass unsere Entscheidungen in den wenigsten Fällen von unserem Verstand (d.h. der Großhirnrinde), sondern eher vom emotionalen Langzeitgedächtnis im limbischen System beeinflusst werden – dem Verstand kommt oftmals nur eine Beratungs- oder Rechtfertigungsfunktion zu (z.B. 3 Riegel Vollmilchschokolade, obwohl der Verstand grade eine Diät beschlossen hat).

Was empfinde ich?

Im Arbeitsleben schieben viele Manager Emotionen eher beiseite, um nach außen als tough und cool zu wirken. Emotionale Intelligenz meint, sich seiner Gefühle bewusst zu sein und zu entscheiden, welchen man Ausdruck verleihen möchte und welchen nicht. Schon die Frage „Was empfinde ich denn im Augenblick?“ ist keineswegs trivial – viele Menschen haben eine gewisse Gefühlsdumpfheit entwickelt, sind nicht in der Lage, Glück zuzulassen und hetzen von einem Ziel zum nächsten. Diese Abstumpfung kann langfristig zu Krankheiten führen, da der Körper sein Befinden über Emotionen signalisiert.

Groth empfiehlt Selbstempathie als ersten Schritt zur emotionalen Intelligenz: erst wenn Sie wieder in der Lage sind, Ihre eigene Freude, Trauer, Ärger, Angst, Überraschung oder Ekel zu spüren, können Sie auch einfühlsamer mit Ihren Mitarbeitern umgehen. Ein Aspekt dabei ist es, bei komplexen Entscheidungen mit Verstand und Intuition gemeinsam zu einem besseren Ergebnis zu kommen. Bessere Wahrnehmung der Körpersprache, Zuhören und echtes Interesse an den Menschen/Mitarbeitern (statt: wie bewege ich den Mitarbeiter das zu tun was ich will?) schaffen die Basis, um zu verstehen, wie es Ihren Mitarbeitern tatsächlich geht.

Vielleicht wenden Sie ein, dass in Ihrem Unternehmen gar kein Platz für einen empathischen Umgang miteinander ist? Love it, change it or leave it: Sie als Vorgesetzter sollten als Vorbild agieren und den Umgang miteinander prägen!

OriginalitätErkenntnisgewinn
VerständlichkeitSpaßfaktor

Alexander Groth: Führen mit EQ.  Gabal Verlag, 2012, 94 Seiten.
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