Donnerstag, Juli 18, 2024
Mind

Seien Sie einfach – im Hier und Jetzt

„Dauerhaftes Glück ist schlicht dadurch möglich, dass man die Aufmerksamkeit auf den Atem richtet.“            

Um die Welt zu retten, ist es ein guter Start, zunächst einmal mit sich selbst im Reinen zu sein. Tan zeigt Ihnen, wie Sie mit einfachen Achtsamkeits-Übungen mittelfristig Wut und Pessimismus durch Zufriedenheit und Kreativität ersetzen.

Basierend auf der Basis unzähliger Kurse, die er für die Kollegen bei Google angeboten hat, zeigt uns Tan, wie wir mit sehr einfachen Meditationsformen verschiedene geistige Fähigkeiten schulen können:
Aufmerksamkeitsmeditation schult die Emotionale Intelligenz, dabei ist Meta-Aufmerksamkeit ganz hilfreich, nämlich die Fähigkeit zu bemerken, wenn Ihre Aufmerksamkeit wandert. Schnelle und häufige Mikrokorrekturen bringen Ihre abschweifenden Gedanken wieder zurück auf den Gegenstand Ihrer Aufmerksamkeit (z.B. Ihren Atem). Ziel ist es, den Geist zugleich aufmerksam und entspannt werden zu lassen. Aufmerksamkeit und Meta-Aufmerksamkeit sind trainierbar, durch Übung wird Ihr Geist konzentrierter und stabiler – Ruhe, Klarheit und Glück stellen sich ein.

Meditation aktiviert die Gehirnareale, die für positive Gefühle zuständig sind, und stärkt die Immunabwehr des Körpers. Erfahrene Meditationsmeister können Gamma-Wellen mit hoher Amplitude erzeugen, die mit besonders guten Lern-, Wahrnehmungs- und Gedächtnisleistungen in Verbindung gebracht werden. Also, stärker Sie Ihre Meditations-‚Muskeln‘ – hier noch ein paar Tipps und Techniken:

Ihrer Ehe kann es zuträglich sein, die Praxis des achtsamen Zuhörens bzw. der achtsamen Konversation zu üben: wechselseitig 3 Minuten achtsam zuhören, dann zusammenfassen, was Ihr Gegenüber gesagt hat, und dann noch in sich hineinspüren, kann Ihre Beziehung zu ungeahnten Verständnissphären katapultieren.

Zu aufwendig? Dann zurück zur einfachsten Meditation überhaupt: ein achtsamer Atemzug am Tag sollte auch der Hibbeligeste hinbekommen. Auch interessant: wissen Sie überhaupt noch, wie sich Gefühle ‚anfühlen‘? Versuchen Sie sich an eine erfreuliche Situation zu erinnern und wahrzunehmen, wie sich diese positive Emotion in Ihrem Körper anfühlt. Wo überhaupt spüren wir Gefühle? Versuchen Sie es 3 Minuten lang herauszufinden. Emotionen sind trainierbar, versuchen Sie statt Wut lieber Güte zu empfinden oder schwierigen Situationen oder Misserfolgen mit Humor zu begegnen. Auf diesem Weg ist es auch nützlich, Optimismus zu erlernen: machen Sie sich bewusst, wenn Sie eher negativ auf die Welt blicken, lernen Sie Ihren Erfolgen gegenüber wachsam zu sein (d.h. achten Sie darauf, was in Ihrem Körper passiert) und verändern Sie Ihre Wahrnehmung, indem Sie Ihre Erfolge und Leistungen gebührend würdigen.

Noch einfacher wird’s, wenn Sie Spaß an Ihrer Arbeit finden oder sogar öfters in einen Zustand des Flows kommen: Flow ist ein Zustand gebündelter Aufmerksamkeit und entsteht, wenn Ihre Aufgabe Sie einerseits fordert, aber nicht so schwierig ist, Sie zu überfordern.

Aufschlussreich ist u.U. eine Übung, bei der Sie 7 Minuten (oder auch länger) lang notieren, was Ihnen zu folgendem Thema einfällt: Wenn Ihr Leben von nun an in allen Bereichen Ihre optimistischsten Erwartungen erfüllt oder übertrifft, wie sähe es dann in fünf Jahren aus? Wer sind Sie, was tun Sie, wie fühlen Sie sich?
Diese Übung dient dazu, Ihre ideale Zukunft zu entdecken und diese Vorstellung im Geiste zu festigen. Toll, wenn’s klappt, oder?

Nun frisch ans Werk, denn nur Übung macht den (Meditations-)Meister.

Originalität
Erkenntnisgewinn
VerständlichkeitSpaßfaktor
Chade-Meng Tan: Search Inside Yourself. Goldmann Verlag, 5. Aufl. 2015, 347 Seiten.
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